STRESSARTEN

Trennlinie mit Nagel (verkörpert Rückenschmerzen)
gestresste frau hat rückenschmerzen greift sich an die stirn

Die Arten von Stress: Das ist der Unterschied zwischen positivem und negativem Stress

Im Alltag ist jeder Mensch mehr oder weniger gestresst. Stress ist jedoch in zwangsläufig etwas Schlechtes. Laut Mediziner Hans Seyle gibt es sogar eine positive Art von Stress – den sogenannten Eustress. Negativen Stress bezeichnet Seyle als Disstress. Wodurch sich diese beiden Stress-Arten unterscheiden und wie sie sich auf Ihren Körper auswirken, verraten wir Ihnen im folgenden Beitrag.

Stress als notwendiges Übel

Hans Seyle bezeichnete Stress oft als „die Würze des Lebens“ – und damit hat er nicht ganz unrecht. Denn ohne Stress wäre das Leben nicht nur langweiliger, sondern auch gefährlicher. Schließlich ist Stress nicht mehr als eine körperliche Reaktion auf äußerliche Einflüsse, die Sie kurzzeitig konzentrierter und leistungsfähiger macht. In gefährlichen Situationen ist Stress also lebenswichtig. Doch wie alles im Leben, ist auch Stress nur in gewissen Maßen sinnvoll. Zu viel Stress kann auch negativen Einfluss auf Ihre Gesundheit nehmen und sich unter Umständen sogar als chronische Erkrankung manifestieren.

Abgeleitet von der lateinischen Vorsilbe „Dis“, was soviel wie „schlecht“ bedeutet, handelt es sich bei Disstress um die negative Art von Stress. Wenn Sie auf negative Art und Weise gestresst sind, fühlen Sie sich angespannt, weniger konzentriert und lustlos. Ihr Körper will Ihnen dadurch signalisieren, dass er eine Pause braucht. Das passiert immer dann, wenn die alltäglichen Anforderungen Ihre persönlichen Handlungsmöglichkeiten übersteigen. Wenn Sie dieses Signal Ihres Körper immer wieder ignorieren und ihm keine Erholung gewähren, kann Disstress im schlimmsten Fall ein Risiko für Ihre körperliche und geistige Gesundheit darstellen. Aus diesem Grund steht Disstress auch für:

  • Angst
  • Sorgen
  • Verzweiflung
  • Kraftverlust
  • Motivationslosigkeit

Eustress: Der Motor von Kreativität und Leistungsfähigkeit

Die Bezeichnung „Eustress“ ist abgeleitet von dem griechischen Wort „Eu“, was zu Deutsch soviel wie „gut“ bedeutet. Hierbei handelt es sich also um die positive Art von Stress. Genau genommen ist Eustress der Motor Ihrer Kreativität und Leistungsfähigkeit. Denn wer auf eine positive Art und Weise gestresst ist, kann mehr leisten und sich voll und ganz auf die aktuelle Tätigkeit konzentrieren. Daher steht positiver Stress auch für:

  • Konzentration
  • Schaffenskraft
  • Kreativität
  • Leistung
  • Motivation

Wann entsteht negativer Stress?

gestresster mann mit rückenschmerzen sitzt auf der bank

Ob bestimmte Stressoren bei Ihnen negativen oder positiven Stress hervorrufen, ist in erster Linie von Ihrem persönlichen Empfinden abhängig. Wenn Sie Ihren alltäglichen Herausforderungen mutig entgegentreten und mit einer positiven Einstellung an die Sache herangehen, profitieren Sie von dem beflügelnden Eustress-Gefühl. So können Sie trotz Stress an Ihren Aufgaben wachsen. Wenn Sie jedoch schon beim Gedanken an die jeweilige Herausforderung in ein Gefühl der Ohnmacht verfallen, wirkt sich der Stress negativ aus. Weitere Hinweise auf negativen Stress sind:

  • Dauerhafte Belastung durch unterschiedliche Stressoren
  • Fehlender Ausgleich (zum Beispiel Sport oder bewusste Entspannung)
  • Häufiges Gefühl, einer Situation nicht gewachsen zu sein

Wenn Sie sich regelmäßig negativem Stress ausgesetzt sehen, sollten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe etwas dagegen unternehmen. Neben dem bewussten Meiden von negativen Stressoren können Sie dazu auch verschiedene Strategien zum gezielten Stressabbau erlernen. Außerdem ist es ratsam, Ihre persönliche Einstellung zu Stress zu überdenken. Was Sie grundlegend gegen Stress tun können, lesen hier.

Freizeitstress: Wenn Freizeit keine freie Zeit ist

Kennen Sie das auch, wenn die Freizeit keine freie Zeit mehr ist? Vor der Arbeit schnell zum Sport, danach noch einkaufen, kochen und im Anschluss steht Zeit mit Familie und Freuden auf dem Plan. Die immer weiter wachsenden Freizeitangebote tragen ebenfalls dazu bei, dass Freizeit in Stress ausartet. Wer Angst hat, etwas zu verpassen, hetzt von einer Veranstaltung zur Nächsten und vergisst vollkommen, seinem Körper etwas Ruhe zu gewähren.

Freizeitstress als Ausgleich zum öden Alltag

Früher haben die meisten Menschen noch jeden Tag körperlich gearbeitet und hatten nach Feierabend gar keine Lust, sich weit entfernt vom heimischen Sofa aufzuhalten. Durch die zunehmenden sitzenden Tätigkeiten kommt jedoch in vielen Menschen das Bedürfnis auf, sich einen Ausgleich zu schaffen und körperlich so richtig an die eigenen Grenzen zu gehen. Jedoch bleibt es nur selten bei einer bestimmten Tätigkeit. Die meisten Menschen möchten sich nicht festlegen, sondern lieber alles Mögliche ausprobieren, was natürlich einer gewissen Planung bedarf. Diese kann allerdings schnell Überhand nehmen und dafür sorgen, dass Sie sich gar nicht richtig auf die aktuelle Tätigkeit konzentrieren können, weil Sie in Gedanken schon bei der Nächsten sind.

Die Folge ist, dass Ihr Körper selbst in der Freizeit die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin ausschüttet. Bei dieser Hormonausschüttung handelt es sich eigentlich um einen Schutzmechanismus, der Sie schneller und effektiver auf Gefahren reagieren lässt. Im Alltag führt das jedoch zu einer dauerhaften Ausnahmesituation, wobei Ihr Körper keine Möglichkeit hat, den angestauten Druck wieder abzubauen. Langfristig kann es dadurch zu Beschwerden wie Kopf-, Magen- und Rückenschmerzen, Verspannungen oder Schlaflosigkeit kommen.

Stress beginnt schon im Kindesalter

Selbst die Kleinsten unter uns leiden oft an einem vollen Terminkalender. Eltern wollen nur das beste für Ihre Kinder und gezielte Förderung ist in jedem Fall etwas Positives. Jedoch sollte man es nicht übertreiben. Denn die Freizeit von Kindern sollte vor allem eines: Frei verfügbar sein. Wenn es montags zum Musikunterricht, mittwochs zum Fußballtraining und freitags noch zum Schwimmen geht, ist das leider nicht der Fall. Für Kinder kann etwas Langeweile sogar sinnvoll sein, da sie die Kreativität anregt und Raum für neue Entdeckungen lässt.

Wie lässt sich Freizeitstress vermeiden?

Ein Allheilmittel für Stress wurde bisher leider noch nicht erfunden. Jedoch kann es schon hilfreich sein, regelmäßige Lücken für bewusste Entspannung im Terminkalender einzuplanen. Entspannung heißt jedoch nicht zwangsläufig auf dem Sofa liegen und nichts tun. Je nach Ihren persönlichen Vorlieben kann auch Sport oder ein ausgiebiger Spaziergang entspannend sein. Angeblich sind täglich bereits 5.000 Schritte ausreichend, um das eigene Wohlbefinden merklich zu verbessern. Es ist nicht wichtig, was Sie tun oder wie Sie es tun. Entscheidend ist, dass Sie den Kopf freibekommen und sich dabei richtig entspannen können. Mehr über möglichen Strategien zu Stressbewältigung erfahren Sie hier.

Stress am Arbeitsplatz – darum ist er keine Ausnahme mehr

Stress am Arbeitsplatz kommt längst nicht mehr nur im Einzelfall vor. Heutzutage gehört er fast schon zum Alltag und kennt verschiedenste Auslöser. Dazu zählen zum Beispiel Konkurrenzkämpfe, zwischenmenschliche Auseinandersetzungen, lange Arbeitszeiten und unangemessene Bezahlung. Laut einer Studie des Projektes „Gesundheitsmonitor“ arbeitet jeder vierte Vollzeit-Arbeitnehmer in einem Tempo, dass er laut eigenen Angaben nicht langfristig durchzuhalten glaubt. Doch woran erkennen Sie, ob Sie bereits im Stress-Kreislauf gefangen sind und wie können Sie diesem entgegenwirken?

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Wie entsteht Stress am Arbeitsplatz?

Wie Stress am Arbeitsplatz entsteht, ist von Fall zu Fall sehr verschieden. In der Regel hängen die Stress-Auslöser mit dem Arbeitsumfeld, dem Aufgabenspektrum und organisatorischen Aspekten zusammen. Jedoch spielen auch die zwischenmenschlichen Beziehungen eine große Rolle. Im Folgenden finden Sie beispielhafte Auslöser für Stress am Arbeitsplatz:

  • Lange Arbeitszeiten
  • Schichtdienst
  • Zwischenmenschliche Probleme
  • Mangelnde Anerkennung
  • Unangebrachte Kritik
  • Zu geringe Vergütung
  • Zu hohes Arbeitstempo
  • Zu wenige Pausen
  • Über- oder Unterforderung
  • Unklare Führungsmethoden
  • Mangelnde Unterstützung durch Vorgesetzte

Stress am Arbeitsplatz – woran merke ich es?

Eine Reihe an einfachen Fragen kann Ihnen dabei helfen, selbst herauszufinden, ob Sie auf der Arbeit zu viel Stress ausgesetzt sind. Fragen Sie sich:

  • Ob Ihre Arbeit noch zu bewältigen ist? Oder führt der Gedanke an Ihr gefordertes Tagespensum eher zu Frustration?
  • Ob Ihnen das morgendliche Aufstehen schwerfällt?
  • Ob Sie bei der Arbeit müde und unkonzentriert sind?
  • Ob Sie Ihren Mitmenschen gegenüber häufig gereizt reagieren?
  • Ob Sie auf der Arbeit noch Erfolgserlebnisse haben?
  • Ob Sie noch so viel lachen wie früher?
  • Ob Sie in letzter Zeit häufiger krank sind?

Falls Sie mehrere der aufgeführten Fragen mit „ja“ beantworten mussten, ist die Wahrscheinlichkeit für eine zu hohe Stressbelastung am Arbeitsplatz in jedem Fall gegeben. In diesen Fall sollten Sie verschiedene Maßnahmen zur Stressbewältigung in Erwägung ziehen.

Arbeitsstress entgegenwirken – hilfreiche Tipps zum Stressabbau

Im folgenden Abschnitt möchten wir Ihnen einige Ratschläge an die Hand geben, wie Sie aktive Stressbewältigung einfach in Ihren Alltag integrierten können.

Bitten Sie (im Notfall) um Hilfe: Niemand verlangt von Ihnen, sich bei jedem kleinen Problem helfen zu lassen. Wenn Sie jedoch merken, dass Ihnen die Arbeit über den Kopf wächst, ist es keine Schande, Kollegen oder Vorgesetzte um Hilfe zu bitten. Denn geholfen werden kann nur dem, der über seine Probleme spricht. Vielleicht gibt es Möglichkeiten für eine andere Aufgabenverteilung oder eine alternative Tagesstruktur, die Ihnen bei der Bewältigung Ihrer Arbeit hilft.

 

Prioritäten setzen – wichtige von unwichtigen Aufgaben trennen: Versuchen Sie, sich am Arbeitsplatz immer auf das Wesentliche zu konzentrieren. Kategorisieren Sie Ihre Aufgaben nach Priorität und erledigen Sie zuerst das Wichtigste. So können sie sicherstellen, dass Sie die wichtigsten Aufgaben nicht vor sich herschieben, nur weil sie vielleicht am schwierigsten zu bewältigten sind. Falls Sie doch mal von Ihrem Plan abkommen, liegt es an ihnen, den Grund dafür herauszufinden. Machen Sie sich immer wieder bewusst, dass die wichtigsten Aufgaben immer zuerst erledigt werden müssen. Anderenfalls investieren Sie möglicherweise mehr Kraft in Ihren Arbeitstag, als eigentlich notwendig wäre.

 

To-Do-Listen für mehr Gelassenheit und Struktur am Arbeitsplatz: Jeder Mensch funktioniert anders. Der eine muss seinen gesamten Tag komplett durchplanen und der andere braucht regelmäßige Zeiten, die spontan organisiert werden können. Finden Sie heraus, wie Sie am besten funktionieren und erstellen Sie sich für jeden Tag eine entsprechende To-Do-Liste. Wenn Sie an jedem Tag wissen, was Sie bereits geschafft haben und was Sie noch erledigen müssen, arbeiten Sie mit großer Wahrscheinlichkeit deutlich gelassener. Wichtig ist jedoch, dass Sie sich nicht zu viel zumuten. In diesem Fall sorgt die To-Do-Liste nämlich für mehr Stress, als sie Ihnen erspart.

Familienstress – wenn das Familienleben in Stress ausartet

Ein Stress-Auslöser kann alles sein, was uns Menschen unter Druck setzt. Damit sind nicht nur äußere Einflüsse gemeint, sondern auch belastende Gedanken und Empfindungen. Wenn diese Auslöser langfristig bestehen bleiben, kann sich Stress sogar negativ auf Ihre Gesundheit auswirken. Häufige Folgen sind Bluthochdruck, Verdauungsbeschwerden oder wiederkehrende Rückenschmerzen.

Stress-Auslöser begegnen Ihnen leider nicht nur am Arbeitsplatz, sondern häufig auch im alltäglichen Familienleben. Grundsätzlich gilt: Je größer die Familie ist, desto höher ist das Stresspotential. Wenn Sie selbst in einer großen Familie leben, kennen Sie das bestimmt: Mama und Papa kommen am Nachmittag von der Arbeit, fahren dann die Kinder zum Fußballtraining, zwischendurch schnell Einkaufen und zu Hause muss auch noch der Haushalt geschmissen werden. Das Familienleben bringt also nicht nur Entspannung und Zusammenhalt mit sich, sondern auch eine ganze Menge Stress.

Die Auslöser von Familienstress sind genauso vielfältig, wie die Ursachen von Stress am Arbeitsplatz. Jeder Tag erfordert eine Menge Koordination zwischen den einzelnen Familienmitgliedern, wobei Streitigkeiten fast schon vorprogrammiert sind. Außerdem gilt es für die Eltern auch, das Familienleben und die Arbeit unter einen Hut zu bekommen, was allein schon einen großen Stressfaktor darstellen kann.

Was sind die Ursachen für Stress in der Familie?

Innerhalb der Familie können wir grundsätzliche zwei potenzielle „Stress-Verursacher“ ausmachen – die Kinder und den Partner. Der Unterschied liegt darin, dass von den Kindern ausgehende Stressbelastung von beiden Elternteile getragen wird. Probleme mit dem Partner müssen meistens allein bewältigt werden. Das größte Problem bei der Auflösung dieser Stess-Faktoren ist häufig der Alltag, der auf Familienstress natürlich keine Rücksicht nimmt.

So können Sie Familienstress entgegenwirken

Besonders innerhalb der Familie spielt Kommunikation zur Stressbewältigung und auch zur Vorbeugung eine große Rolle. Nur wenn Ihre Familienmitglieder wissen, was Sie stresst, können sie auch Rücksicht darauf nehmen. Um diesen stetigen Austausch zu ermöglichen, sind regelmäßige Familienzeiten sehr wichtig. Am besten versuchen Sie, Ihre gesamte Familie jede Woche zusammenzubringen. So hat jeder die Möglichkeit, seine Sorgen, Probleme und Ängste anzusprechen. Dadurch können gezielte Absprachen getroffen und Stress-Auslöser beseitigt werden. Wichtig ist jedoch, dass Sie in der Familienzeit auf jegliche Ablenkung verzichten – vor allem auf Smartphones und Fernseher. Im Folgenden finden Sie weitere nützliche Hinweise, die Ihnen bei der Stressbewältigung im Familienalltag helfen können:

  • Halten Sie eine gleichmäßige Aufgabenverteilung
  • Machen Sie deutlich, dass Besprechungen zwischen Familienmitgliedern eingehalten werden müssen
  • Planen Sie feste Zeiten ein, in denen Sie sich nur um sich selbst kümmern
    Planen Sie außerdem feste Zeiten für sich und Ihrem Partner ein
  • Bitten Sie um Hilfe, wenn Sie diese benötigen
  • Verzichten Sie im Familienalltag auf Perfektionismus – die Wohnung muss nicht stets und ständig glänzen
  • Machen Sie spontane Familienausflüge – zum Beispiel ein Picknick
  • To-Do-Listen erleichtern Ihnen die Planung

 

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