WAS IST STRESS?

Trennlinie mit Nagel (verkörpert Rückenschmerzen)

Stress – was ist das eigentlich?

gestresste ffrau mit rückenschmerzen schaut nach unten im sonnenuntergang

Fast jeder hat ihn, doch nur die wenigsten wollen ihn – den Stress. So gut wie jeden Tag hören wir Sätze, wie: „Ich kann gerade nicht, ich bin voll im Stress“. Doch was genau steckt hinter dahinter und ist Stress wirklich immer schädlich? Hat Stress sein negatives Image zu Recht?

Sind Sie gestresst?

In Deutschland leidet mehr als die halbe Bevölkerung unter Stress. Etwa 57 Prozent behaupten von sich selbst, gelegentlich oder sogar häufiger gestresst zu sein. Bei fast jedem Fünften entwickelt sich Stress sogar zu einem dauerhaften Problem. Doch was genau ist Stress? Die Bezeichnung an sich ist nur schwer zu erfassen, da sie einerseits die Stressoren beschreibt – also die Auslöser von Stress – und sich andererseits auch auf die körperliche Reaktion als solches bezieht. Vermutungen zufolge wurde die Bezeichnung von dem altfranzösischen Wort „destresse“ abgeleitet, was so viel wie „unter Druck gesetzt“ oder „in die Enge getrieben“ bedeutet. Sind Sie schnell gestresst? Mit unserem Stress-Test finden Sie es selbst heraus!

Typische Auslöser von Stress

Stress-Auslöser – sogenannte Stressoren, können sowohl selbst verursacht als auch von äußeren Einflüssen hervorgerufen werden. Allerdings lösen nicht alle bekannten Stressoren bei jedem Betroffenen die gleiche Reaktion hervor. Im Folgenden finden Sie einige typische Stress-Auslöser:

  • Termin-, Zeit- oder Leistungsdruck
  • Unerfüllte Wünsche
  • Perfektionismus
  • Lärm
  • Krankheiten und Verletzungen
  • Kälte und Hitze

Mehr über die Ursachen von Stress erfahren Sie hier.

Stress fühlt sich für jeden Betroffenen anders an

gestresste frau mit rückenschmerzen greift sich an dne nacken während sie auf dem bett sitzt

Grundsätzlich nimmt jeder Betroffene seinen Stress anders wahr und nicht jeder Stress-Auslöser muss bei jedem Menschen zwangsläufig zu Stress führen. Was für Sie stressig ist, lässt andere vielleicht vollkommen kalt. Das Weihnachtsfest ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür. Bei vielen Menschen artet Weihnachten in Stress aus. Geschenke kaufen und verpacken, die Familie einladen, das Weihnachtsessen vorbereiten – dass kann alles schnell stressig werden. Andere Menschen gehen jedoch voll und ganz in diesem Trubel auf und freuen sich das ganze Jahr darauf. Wie der Einzelne auf Stress reagiert, ist von verschiedenen Kriterien abhängig. Neben den persönlichen Erfahrungen zählen dazu auch das eigene Umfeld oder erlernte Strategien zum Stressabbau.

Wann ist Stress gefährlich?

Stress ist nicht zwangsläufig immer etwas Negatives. Grundsätzlich handelt es sich hierbei um einen normalen Schutzmechanismus, der Konzentrationsfähigkeit und die körperliche Leistungsfähigkeit kurzfristig steigern kann. Mit der richtigen Menge an Stress sind Sie fokussiert und leistungsfähig. Erst nach einer längeren Stressbelastung ohne entsprechenden Ausgleich kann dieser gefährlich werden. Denn wenn Sie Ihrem Stress nicht regelmäßig entgegenwirken, kann sich das auch auf Ihren gesamten Organismus auswirken und im schlimmsten Fall sogar körperliche Erkrankungen hervorrufen. Damit Ihnen so etwas nicht passiert, sollten Sie regelmäßige Zeiten in Ihren Alltag einplanen, in denen Sie einfach das machen, was Ihnen guttut. So schaffen Sie einen Ausgleich zum stressigen Alltag.

Wenn Stress zum Dauerproblem wird

Stress wird immer dann zu einem dauerhaften Problem, wenn Ängste oder finanzielle Probleme zu einem täglichen Begleiter werden. Wenn derartige Probleme nicht aufgelöst werden und kein entsprechender Ausgleich zur Stressbelastung geschaffen wird, verwandelt sich der Stress in eine dauerhafte Anspannung. Aus einer ständigen Muskelanspannung entstehen Verspannungen, die wiederum Rückenschmerzen verursachen können. Besonders häufig ist hier der Schulter- und Nacken-Bereich betroffen.

Neben Verspannungen und Rückenschmerzen kann sich Stress jedoch auch auf andere Bereiche Ihres Körpers auswirken. Beispielweise kann er Ihr Immunsystem schwächen, Ihr Herz-Kreislauf-System belasten oder Verdauungsbeschwerden verursachen. Nicht selten kommt es auch zu Schlaf- und Essstörungen oder depressiven Verstimmungen. Mehr zur Behandlung von psychosomatischen Rückenschmerzen erfahren Sie hier.

Die Auswirkungen von Stress – so reagiert Ihr Körper

Bei unseren Vorfahren hatte Stress die lebenswichtige Aufgab, den Menschen in gefährlichen Situationen konzentrierter und leistungsfähiger zu machen. So konnte der Urmensch schnell flüchten oder effektiv jagen. Diese körperliche Reaktion hat sich bis heute nicht verändert. Was sich verändert hat, sind die Stressoren. Außerdem fehlt es oft an körperlicher Aktivität, die den Stress wieder abbaut. Doch welche Folgen hat diese dauerhafte Stressbelastung auf den menschlichen Körper?

So wirkt Stress auf den menschlichen Körper

Bei kurzfristigen Stressoren, beispielsweise einer wichtigen Prüfung, baut sich der angestaute Stress in der Regel schnell wieder ab. Etwas gestresst zu sein, ist in einer Prüfungssituation sogar nützlich, da Sie einfach konzentrierter und leistungsfähiger sind. Eine kurzfristige Stresssituation kann außerdem die folgenden körperlichen Reaktionen hervorrufen:

  • Steigerung des Herzschlags für besseren Sauerstofftransport
  • Verkürzter Atemrhythmus, um mehr Sauerstoff und somit auch mehr Energie bereitzustellen
  • Energiespeicher (Zucker und Fett) werden zur Energiegewinnung aktiviert
  • Steigerung der Muskelaktivität
  • Aktivierung der Schweißdrüsen für eine bessere Regulation der Körpertemperatur

Neben der Steigerung bestimmter Körperfunktionen werden auch einige Vorgänge herabgesetzt. Dazu zählt zum Beispiel ein verlangsamter Verdauungsprozess, eine schlechtere Nährstoffversorgung der Haut oder eine Hemmung der Sexualorgane. Derartige Sofortreaktionen verschwinden jedoch meistens schnell, wenn der Stress-Auslöser wegfällt oder die jeweilige Situation nicht mehr als stressig empfunden wird. Wenn Sie Ihrem Körper ausreichend Erholungszeit einräumen, stellt sich der Normalzustand meist nach kurzer Zeit von allein wieder ein.

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Wie fühlt sich Stress an?

Neben den körperlichen Sofortreaktionen gibt es auch eine ganze Menge an Symptomen, die von Stress hervorgerufen werden können. Die folgenden Gefühle und Verhaltensmuster sind charakteristisch für eine hohe Stressbelastung:

  • Gefühl von Unzufriedenheit und Ärger
  • Innere Unruhe/ Nervosität
  • Versagensängste
  • Selbstvorwürfe
  • Grübeln, kreisende Gedanken (kann Körperreaktionen unter Umständen verstärken)
  • Blockaden beim Denken
  • Hastiges Verhalten (abkürzen von Pausen, schnelles Essen)
  • Unkoordinierte Arbeitsweise
  • Betäubung und Selbstschädigung (Medikamentenmissbrauch, Rauchen, gesteigerter Alkoholkonsum)
  • Häufige Konflikte

Die Ursachen von Stress – welche Stressoren gibt es?

Wie bereits erwähnt, bezeichnen wir Stress-Auslöser auch als sogenannte Stressoren. Diese können sowohl einen positiven als auch negativen Einfluss auf den menschlichen Körper nehmen. Dabei können Stressoren entweder bestimmte Lebensereignisse oder auch kurzfristige Alltagssituationen darstellen. Alle Umstände, die als bedrohlich und schwer zu bewältigen wahrgenommen werden, können der Auslöser einer Stressreaktion sein.

So lassen sich Stressoren untergliedern

Grundsätzlich lassen sich die unterschiedlichen Stressoren in drei verschiedene Kategorien einteilen. Dazu zählen:

  • Physische Stressoren: Temperaturschwankungen, Kälte, Hitze, Lärm, Hunger, Krankheit, Verletzungen, Reizüberflutung oder schwere, körperliche Arbeiten.
  • Psychische Stressoren: Überforderung, Versagensängste, Fremdbestimmung, Zeitdruck oder Kontrollverlust.
  • Soziale Stressoren: Unerwarteter Besuch, Konflikte, soziale Isolation, Verlust eines Angehörigen oder Trennung vom Partner.

Allerdings führt nicht jeder der aufgeführten Stressoren bei jedem Menschen zu einer Stressreaktion. Ob das passiert, hängt in erster Linie vom Alter und Geschlecht sowie den persönlichen Erfahrungen mit der jeweiligen Situation ab. So kann ein bestimmter Reiz in einem Moment angenehm sein, während er im nächsten Moment schon wieder als stressig empfunden wird. Das Weihnachtsfest ist hier wieder ein gutes Beispiel. Erst sind Sie in freudiger Erwartung auf Ihren Besuch und das besinnliche Fest und dann artet alles in Stress aus, weil Sie doch nicht so viel vorbereiten konnten, wie Sie sich vorgenommen haben.

Stressoren lassen sich niemals vollständig vermeiden

Wenn Sie allen möglichen Stressoren für den Rest Ihres Lebens aus dem Weg gehen könnten, wäre das natürlich am besten. In der heutigen Zeit ist das allerdings so gut wie unmöglich. Doch zum Glück müssen Sie auch gar nicht alle Stressoren vermeiden. Denn wie so oft, macht auch bei Stress die Dosis das Gift. Die „Dosis“ wird dabei vor allem von der Häufigkeit, Dauer, Vielfalt und Stärke der Stressbelastung bestimmt. Außerdem ist Stress häufig auch situationsbedingt. Entscheidend ist, wie Sie eine bestimmte Situation bewerten und wahrnehmen. Wenn Sie sich überfordert fühlen, steigt die Stressbelastung. Sind Sie sich hingegen sicher, die jeweilige Aufgabe bewältigen zu können, wird Stress positiv gewertet und unterstützt Sie durch eine bessere Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. In diesem Fall sprechen wir auch von sogenanntem „Eustress“.

 

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